Der als Visitierer – d. h. Zollbeamter im Auftrag der schwedischen Krone – tätige Daniel Nicolaus Runge ließ 1763 außerhalb der Stadtmauer von Wolgast in der hafennah gelegenen Kronwiekstraße ein zweigeschossiges und fünfachsiges spätbarockes Gebäude errichten. Am 23. Juli 1777 kam dort sein Sohn Philipp Otto zur Welt. Zehn Jahre später war Runges Vater ein erfolgreicher Kaufmann und Reeder geworden. Als Bürger des ersten Standes zog er mit seiner Familie in ein neues Gebäude in der Burgstraße. Das Geburtshaus Philipp Otto Runges blieb in der Fassaden- und Raumaufteilung mit seinen Fenstern und Türen allerdings bis heute erhalten. So haben sich nicht nur die barocken Türen, der Treppenaufgang und ein Wandregal, sondern auch die sog. Öllandplatten in der Diele und z. T. sogar die dazu gehörigen Scheuerleisten erhalten. Zum 240. Geburtstag des Künstlers im Jahr 2017 eröffnete das denkmalgerecht sanierte und seit 1997 museal genutzte Haus mit einem neuen Ausstellungskonzept wieder seine Türen. Das Museum befindet sich in städtischem Besitz, die Trägerschaft liegt bei der gemeinnützigen Regionalgesellschaft Usedom-Peene mbH.