1806 erwarben die Frankfurter Großkaufleute Franz und Georg Brentano das 1751 erbaute Haus, um es als Sommerresidenz für die Familie und als Umschlagspunkt für den Handel mit Rheingauer Weinen zu nutzen. Schon zwei Jahre später überließ Georg Brentano das Haus mit dem zugehörigen Gartengrundstück seinem Halbbruder zur alleinigen Nutzung. In der Folgezeit entwickelte sich das Haus zu einem beliebten Treffpunkt der Familie (Clemens Brentano, Achim von Arnim mit seiner Frau Bettine geb. Brentano) und ihrer Gäste (u.a. Wilhelm Grimm und Ludwig Emil Grimm). Der prominenteste Besucher war Johann Wolfgang Goethe, der Anfang September 1814 insgesamt acht Tage hier verbrachte.

Seit Dezember 2014 gehört das Anwesen, das sich mehr als 200 Jahre ununterbrochen in Familienbesitz befand, dem Land Hessen. Betrieben wird es von einer gemeinnützigen Trägergesellschaft, die zu gleichen Teilen von der Stadt Oestrich-Winkel und dem Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt am Main gebildet wird. Seit Frühjahr 2015 wird das Brentano-Haus behutsam saniert, wobei die Restaurierungsarbeiten noch andauern.