Der Dichter Friedrich Hölderlin kam 1770 in der Nordheimer Straße 5 in Lauffen zur Welt und verbrachte hier die ersten vier Jahre seines Lebens. Das aus der Barockzeit stammende verputzte Fachwerkgebäude behielt weitgehend die Gestalt, die ihm Hölderlins Großvater gegeben hatte, weil die Folgebesitzer weder Mauern entfernten noch Umbauten vornahmen. Die kunstvoll um einen Fichtenstamm gedrechselte Treppe, ein Dielenboden und auch der Zuschnitt der Räume sind deshalb noch immer in ihrer damaligen Form erhalten. 2015 wurde das Haus von der Stadt Lauffen erworben, denkmalgerecht saniert und um einen Erweiterungsbau ergänzt, der einen Veranstaltungssaal beherbergt. Im Sommer 2020 konnte im Gebäude eine Dauerausstellung zu Leben und Werk Hölderlins eröffnet werden.

Das Hölderlinhaus ist allerdings nicht die erste Gedenkstätte in Lauffen. In der in ein Museum umgewandelten ehemaligen Klosterkirche gab es bereits ab 1984 ein Hölderlinzimmer, das 2008 noch einmal völlig neu konzipiert wurde. Diese Vorgängereinrichtung im Museum Klosterhof wurde im September 2019 geschlossen.