Nachdem der Schriftsteller Fritz Reuter 1863 nach Eisenach übergesiedelt war, erwarb er am Fuß der Wartburg ein Grundstück, auf dem er sich ein prunkvolles Wohnhaus im Stil der Neorenaissance errichten ließ. Reuter verbrachte in diesem repräsentativen Domizil seinen Lebensabend. Als 1894 auch die Witwe starb, fiel die Villa laut Testament der Schiller-Stiftung zu. Ein Jahr später kaufte die Stadt Eisenach das Anwesen und richtete darin ein Museum für den niederdeutschen Dichter ein.

Parallel dazu hatte Nikolaus Oesterlein, ein leidenschaftlicher Anhänger Richard Wagners, in Wien Porträts und Büsten, Theaterzettel und Briefe sowie eine umfangreiche Sammlung mit Literatur zu Person und Werk des Komponisten zusammengetragen und 1887 in einem Privatmuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Als Oesterlein sich kurze Zeit später gezwungen sah, seine Schätze zu verkaufen, setzte sich der in Eisenach lebende Lexikograf Josef Kürschner dafür ein, dass die Stadt sie erwarb. Nach dem 1892 erfolgten Ankauf wurde die Oesterlein’sche Wagner-Sammlung in der Villa Fritz Reuters untergebracht und 1897 schließlich der Öffentlichkeit als Reuter-Wagner-Museum übergeben.